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Workshop // Alexandra Germer: Kunst vor Gericht: Provenienz und Echtheit, 1919-1949

Termindetails

Wann

02.12.2026
von 12:00 bis 13:00

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Str. 10, München, Vortragssaal 242, II. OG

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Fellows und Mitarbeitende des ZI sowie Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler berichten über laufende Arbeiten. Die offene Form des Workshops ermöglicht eine intensive Diskussion.
Alexandra Germer ist Trägerin des Albert-Ottenbacher-Fellowships für Provenienzforschung 2026

Meine Forschung widmet sich einer zentralen Episode in der Geschichte der Provenienzforschung, in der diese im frühen 20. Jahrhundert eine zunehmend wichtige Rolle im Kampf gegen Kunstfälschungen übernahm. Das späte 19. Jahrhundert gilt als „Goldenes Zeitalter“ von Fälschung und Betrug; die folgenden Jahrzehnte waren geprägt von kunsthistorischen, juristischen und museologischen Bemühungen, Fälschungen in staatlichen wie privaten Sammlungen zu identifizieren – häufig unter erheblichem beruflichen und finanziellen Risiko. Parallel zu einer wachsenden Skepsis gegenüber bestimmten Formen von Kennerschaft sowie dem Aufstieg naturwissenschaftlicher Beweisverfahren gewann die Provenienz zunehmend an zentraler Bedeutung für die Bestimmung der Authentizität von Kunstwerken.

Am Zentralinstitut für Kunstgeschichte untersuche ich, wie sich die Diskussionen über Fälschungen sowie die Verfahren zu deren Erkennung unter dem nationalsozialistischen Regime veränderten. Im Zentrum der Forschung steht eine Reihe von Fälschungsprozessen aus den 1930er Jahren sowie die Rolle des Doerner Instituts in München, das mit seinen Gutachten entscheidende Beweise lieferte. Diese Untersuchungen werden im Kontext weiterer Versuche zur Verhinderung und Identifizierung von Fälschungen verortet, darunter auch die Praxis der Mitarbeitenden des Münchner Central Collecting Point, die Authentizitätsurteile unmittelbar auf ihren „Property Cards“ festhielten.