Zentralinstitut für Kunstgeschichte München in Kooperation mit Farah Einstein, Johannesburg – Sammlungen der Familie Einstein und Kunsthandlung Theodor Einstein & Co.
Von 1885 bis zur verfolgungsbedingten Geschäftsaufgabe 1937 war die Kunsthandlung Theodor Einstein & Co in der Münchner Maximilianstraße 6-7 ansässig. Der Forschungsstand zur Kunstsammlung der Familie – auch und gerade im Hinblick auf ihren Status als NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut – ist desolat; hier setzt das Kooperationsprojekt an. Ziel ist es, Umfang, Beschaffenheit, Genese und die erzwungene Auflösung der Privatsammlung durch eine umfassende ergebnisoffene Kontext- und Grundlagenforschung zu ermitteln und zu rekonstruieren. Es gilt erstens, die im Nationalsozialismus entzogenen Kulturgüter als Objekte zu identifizieren. Zweitens sollen die Nachfahren der Opfer die vom NS-Staat entzogene Verfügungs- oder Entscheidungshoheit über diese Objekte zurückerlangen. In diesem Rahmen werden auch die Ausgleichs- und Kompensationsbemühungen der 1950er Jahre berücksichtigt und in die Analyse einbezogen.
Das Projekt wird auf Initiative und in Kooperation mit Farah Einstein (Johannesburg, Südafrika), der Urenkelin von Arthur Einstein (1889–1939) und Selma Gerstle (1900–1962) sowie der Ururenkelin von Theodor Einstein (1851–1926) und Guta Rosenthal (1863–1926) und in Zusammenarbeit mit der Mutter Farah Einsteins (Loren Einstein) durchgeführt.
Wichtige Grundlagen für das vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderte Projekt haben sowohl Melida Steinke im Zuge ihrer Dissertation und, schon 2013, Meike Hopp im Rahmen der Autopsie annotierter Auktionskataloge des Kunsthändlers Adolf Weinmüller geschaffen. Die rasche Publikation der transkribierten Daten durch das Kunstauktionshaus Neumeister auf der Webseite der damaligen Koordinierungsstelle Magdeburg ist von fundamentaler Relevanz: Nach dem Ausschluss Arthur Einsteins aus der Reichskammer der bildenden Künste 1935 "übergab" er den Warenbestand der Kunsthandlung an das Münchner Auktionshaus Adolf Weinmüller, wo die Bestände 1936 zur Versteigerung kamen.
[Abbildung: Gebäudezeile Maximilianstraße 6–8, München, in den Häusern Nr. 6–7 befand sich die Kunst- und Antiquitätenhandlung Theodor Einstein & Co. Fotografie von Margrit Behrens, 1971, Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Photothek, Inv.-Nr. ZI-0998-02-00-Th224293 ]
Förderzeitraum/Projektdauer
01.04.2026–31.12.2027
Förderung

Kontakt
Team
- Prof. Dr. Christian Fuhrmeister
- Katharina Fehr, M.A. - Projektleitung