Frank: „Tho Gades Ehren vnd der Karcken Zihr.“ Materialität, Bildlichkeit und Funktion von Schrift auf Epitaphien. Memoria nach der Reformation in Schleswig-Holstein und Hamburg

Frank: „Tho Gades Ehren vnd der Karcken Zihr.“ Materialität, Bildlichkeit und Funktion von Schrift auf Epitaphien. Memoria nach der Reformation in Schleswig-Holstein und Hamburg

Die Dissertation soll die Materialität, Bildlichkeit und Funktion von Schrift auf Epitaphien – an der Kirchenwand angebrachte Denkmäler für Verstorbene ohne zwanghafte Bindung an den Ort der Beisetzung – untersuchen. Hierzu werden zwischen 1530 und 1630 entstandene Werke aus den Freien und Reichsstädten Hamburg und Lübeck sowie den damaligen Herzogtümern Schleswig und Holstein bearbeitet. Den Territorien ist gemein, dass sie von Johannes Bugenhagen erarbeiteten Kirchenordnungen unterlagen. Die Neukonstituierung des Sakralraumes durch den Luther-Gefährten führte zur Entstehung zahlreicher Epitaphien, da allein sie in den protestantisch gewordenen Gebieten die eigene memoria sichern und ein Glaubensbekenntnis im „öffentlichen Raum“ formulieren konnten. Da Epitaphien stets auf das Medium Schrift angewiesen sind, eignen sie sich besonders, um den Erscheinungsformen von Schrift innerhalb eines als Raum der Kommunikation verstandenen Sakralraumes nachzugehen. Die für das Untersuchungsgebiet maßgebliche Arbeit Ketelsen-Volkhardts (1989) weist weder eine historisch nachvollziehbare zeitliche und geographische Eingrenzung auf, noch verzeichnet sie – ebenso wenig wie das Akademieprojekt Deutsche Inschriften – die Inschriften der Objekte. Insofern ist es ein Anliegen der Dissertation, durch einen umfassenden Katalog die weite Verbreitung und die Relevanz von Schrift auf Epitaphien erstmals herauszustellen. Die Erkenntnisse aus der Katalogarbeit bilden die Voraussetzung für den analytischen Part, welcher die Spezifika von Schrift auf Epitaphien mittels einer Fallstudie zu St. Marien in Rendsburg erfasst.

Projektmitarbeiter ZI