Beitrag Rudolf Fischer

Termindetails

Wann

15.11.2013
von 15:40 bis 16:20

Art

Tagungsbeitrag

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Vortragssaal Raum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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„Wohnungen von vorgestern“? Das Neue Wohnen in den Diskussionen zur Deutschen Bauausstellung 1931

In den letzten Jahren der Weimarer Republik wurde eine heftige, vor allem auch ideologisch motivierte Diskussion um den Einsatz von Stahlmöbeln in Privatwohnbereichen geführt. Diese kulminierte zur Deutschen Bauausstellung 1931 in Berlin, wo Mies van der Rohe als künstlerischer Leiter die Abteilung C „Die Wohnung unserer Zeit“ verantwortete. Die von Mies umgesetzte Vision des Neuen Wohnens löste heftige Kritik aus. Künstlerische, politische und wirtschaftliche Argumente waren dabei nicht mehr klar zu trennen. Die Wohnung der Zeit sei eine „Volkswohnung“ für den Arbeiter, die Ausstellung dagegen würde nur Luxusräume im „Standard des Snobismus“ (Adolf Behne) präsentieren. Für Arbeiter seien günstige Holzmöbel geeigneter als die gezeigten Stahlrohrmöbel. Der von der deutschen Avantgarde gewünschte Transfer der glänzenden Stahlmöbel in den Privatbereich funktionierte nur partiell. Im Nationalsozialismus erging es den Metallmöbeln ähnlich wie dem Neuen Bauen: Ungeachtet der Intervention von Verfechtern der Moderne wie Gustav Hassenpflug und Alfons Leitl, fanden sie nurmehr im zweckgebundenen Einsatzbereich des Industriebaus Verwendung.

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