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Vortrag // Dominik Brabant, München: Genremalerei als Vorgeschichte der Soziologie? Überlegungen zur Neuperspektivierung von Gattungsgeschichte

Termindetails

Wann

11.12.2024
von 18:15 bis 20:00

Art

Mittwochsvortrag

Wo

Raum 242, II. OG, Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München

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Die frühe Kunstgeschichtsschreibung seit dem 19. Jahrhundert schätzte Genreszenen vor allem wegen ihres vermeintlichen Realismus und der anekdotischen Schilderung von Alltagsszenen vergangener Epochen. Seit etwa den 1970er Jahren analysierten die Ikonographie und Ikonologie die Motive dieser Gattung im Sinne von verschlüsselten Botschaften, die häufig moralische Implikationen für das Publikum transportierten. Die Sozialgeschichte der Kunst dagegen sah in der Genremalerei vornehmlich einen bildgewordenen Gradmesser für übergreifende gesellschaftliche Entwicklungen.

Gegenwärtig stellt sich jedoch verstärkt die Frage, wie die Entstehung, Entwicklung und Entgrenzung dieser Bildgattung sowie des Gattungsgefüges insgesamt im Spannungsfeld von gattungspoetischen und gattungsexternen Faktoren verstanden werden könnte. Der Vortrag möchte am Beispiel einer Reihe von Genreszenen aus verschiedenen Jahrhunderten sowie den damit verknüpften kunsttheoretischen und -historischen Debatten den Vorschlag machen, Genremalerei als ein ‚Experimentalsystem‘ des vorsoziologischen Denkens zu verstehen. In diesem haben Künstler (und wenige Künstlerinnen) Potentiale ausgelotet, den Menschen als ein Wesen sichtbar werden zu lassen, das immer schon in sozialen Konstellationen und intersubjektiven Bezügen eingebunden ist. Vor diesem Hintergrund wäre die Genremalerei als eine gemalte Soziologie vor der Erfindung dieser Disziplin im 19. Jahrhundert zu begreifen.

Ein gut gekleideter Mann mit langen braunen Haaren tritt durch die Tür in ein kleines grünes Zimmer. Dort warten bereits drei Personen: Eine stehende junge Frau, eine sitzende, musizierende junge Frau und ein anderer Mann. Er wird von einem kleinen Hund begleitet

[Abbildung: Gerard ter Borch: Der Besuch des Freiers (The Suitor’s Visit), um 1658, Öl auf Leinwand, 80 x 75 cm, Washington, National Gallery of Art, Andrew W. Mellon Collection, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gerard_ter_Borch_the_Younger_-_The_Suitor%27s_Visit_-_Google_Art_Project.jpg.]

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TEILNAHME:

Die Teilnahme ist kostenlos.
Der Vortrag wird parallel 
via Zoom übertragen. Dem Zoom-Meeting können Sie unter folgendem Link beitreten: https://us02web.zoom.us/j/85659345839?pwd=UmFZYU0xN1NxMGJ1MjlQM054NXgvZz09. Meeting-ID: 856 5934 5839 | Passwort: 148258. Das Mitschneiden der Veranstaltung oder von Teilen der Veranstaltung sowie Screenshots sind nicht gestattet. Mit der Teilnahme akzeptieren Sie diese Nutzungsbedingung.