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Workshop // Anne Ilaria Weiß: Import aus Paris. Funktion und Rezeption von Mobiliar aus Paris an Höfen des Heiligen Römischen Reichs 1680–1763 (AT)

Termindetails

Wann

25.03.2026
von 12:00 bis 13:00

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Str. 10, 80333 München, Raum 242, II. OG

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Mit dem Ende des 17. Jahrhundert und im Besonderen im 18. Jahrhundert lässt sich an verschiedenen Höfen des Heiligen Römischen Reiches (HRR) ein übergreifendes Phänomen feststellen: Aus Paris wurde repräsentatives Mobiliar – Möbel und feuervergoldete Messinggusselemente – zur Ausstattung neuer Raumfolgen importiert. Untersucht werden hierfür Bestände der Könige von Polen bzw. Kurfürsten von Sachsen in Dresden, der Könige von Preußen in Berlin und Potsdam, der bayerischen Kurfürsten in München und der Markgrafen in Ansbach.

Gründe zur Anlage neuer Appartements und dem damit verbundenen Erwerb von Mobiliar aus Paris waren häufig Herrscherwechsel oder politisch brisante Ereignisse wie Hochzeiten – auch verbunden mit dem Streben nach Rangerhöhung und der Kaiserwürde im Reich. Aus dieser Motivation heraus wurden solche Appartements beispielsweise am Hof in Dresden und in München angelegt: das Paradeappartement Augusts des Starken (1670–1733) im Dresdner Residenzschloss (1719) sowie die Reichen Zimmer (1730 bis 1733–37) der Residenz München unter dem späteren Kaiser Karl VII. (1697–1745).

Auch die politische Tragweite des Ankaufs von Objekten aus Paris darf nicht außer Acht gelassen werden. Besonders belastbar ist hierfür das Mobiliar in Sachsen und Preußen, welches der in den 1730er und 1750er Jahren in Paris tätige Ebenist Jean-Pierre Latz (1691–1754) für diese beiden Höfe schuf. War für König Friedrich II. von Preußen (1712–1786) der Hof August des Starken und das o. g. Paradeappartement stets ein Vorbild in seinem Verständnis von Repräsentation, war es Friedrich, der rund 15 Jahre später nach dem parallelen Ankauf ähnlicher Objekte aus Paris, Sachsen im 7-jährigen Krieg besiegte und Raumfolgen, in denen die Objekte aus Paris standen, zerstörte.

In dieser auf Fallstudien basierenden Untersuchung (Dissertation an der Universität zu Köln) werden insbesondere Möbel erforscht, die in ähnlicher Weise an mindestens zwei Höfen vorkommen. Darüber hinaus soll auch die Rezeption der aus Paris importieren Möbel an den jeweiligen Höfen erforscht werden. Analysiert wird, inwieweit das angekaufte Mobiliar kopiert oder bei der Fertigung von Möbeln an den Höfen des Alten Reichs übersetzt wurde.

Während des Forschungsaufenthalts am Zentralinstitut für Kunstgeschichte soll zum einen relevante Literatur gesichtet werden, da der Literaturbestand zu den french decorative arts des 18. Jahrhunderts am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in Deutschland unvergleichlich ist. Zum anderen sollen die Quellenstudien für die Fallstudie zum Bayerischen Hof, das von Kurfürst Max Emanuel (1662–1726) und seinem Sohn Kurfürst Karl Albrecht (s.o. Kaiser Karl VII.) aus Paris angekaufte Mobiliar, vorbereitet werden.

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