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Dina Dorothea Falbe // Lernen durch Bauen? Lokale Besonderheiten im DDR-Typenschulbau

Dina Dorothea Falbe ist Preisträgerin des Jutta-Held-Preises 2025

Schultypenbauten prägen bis heute ostdeutsche Städte und Dörfer; sie machen noch immer einen großen Teil des Schulbaubestands in diesen Bundesländern aus. Im Laufe der vierzigjährigen Geschichte der DDR galten unterschiedliche architektonische Konzepte als ideal für die Gestaltung von Schulgebäuden. Sie alle waren in die städtebaulichen, bauwirtschaftlichen, bildungspolitischen und gestalterischen Kontexte ihrer jeweiligen Zeit eingebettet. Je nach Bezirk und Entstehungszeit unterscheiden sie sich in Konstruktionsweise, Baugestalt und Grundrissorganisation, denn nicht nur die zentralstaatlichen Vereinheitlichungsbestrebungen, sondern auch lokale Innovationskraft und bauwirtschaftliche Produktionsbedingungen prägten die Entwicklung der Typen insbesondere in den 1960er-Jahren.

Obwohl sich diese Konzepte unter den spezifischen politischen und sozioökonomischen Bedingungen des ostdeutschen Staates entwickelten, standen sie in enger Verbindung zu internationalen Debatten über Schulbau und Stadtplanung. Räumliche Konzepte für Schulgebäude und deren Standardisierung bildeten ein transnationales Austauschfeld, das sowohl in sozialistischen als auch in westlichen Ländern diskutiert und umgesetzt wurde. So stand der DDR-Schulbau in Wechselbeziehung zu ausländischen Vorbildern: Fachnetzwerke, internationale Konferenzen und Studienreisen prägten die Entwicklung von Typenschulen in der DDR.

Dieses Projekt verfolgt das Ziel, die einzelnen in der DDR entstandenen Schulbau-Typenentwürfe mit ihren lokalen Besonderheiten zu porträtieren, um sie als Produkte pädagogischer und architektonischer Ideale ihrer Entwerfer:innen sowie bauwirtschaftlicher Rahmenbedingungen vergleichbar und erlebbar zu zeigen. Ausgewählte Projekte von außerhalb mit nachweislichem Bezug zur Schulbauentwicklung in der DDR sollen dabei den Katalog ergänzen und den Projekten aus der DDR gegenübergestellt werden.

Der Katalog soll in eine Buchpublikation einfließen und die Grundlage für eine Wanderausstellung bilden, die die lokalen Besonderheiten der DDR-Typenschulen nicht nur im Rahmen (bau-)kultureller Bildung vermittelt, sondern auch zur Auseinandersetzung mit deren zeitgemäßer Weiterentwicklung einlädt. Ziel ist es, an den jeweiligen Stationen im Rahmen von Schulprojekten ergänzende Ausstellungsbeiträge zu erarbeiten. Begleitet von Kulturschaffenden unterschiedlicher Disziplinen können die Schüler:innen sich mit der Bau- und Nutzungsgeschichte ihrer Schule beschäftigen: lokal organisierte Freiwilligenarbeit im Bauprozess, baubezogene Arbeiten lokaler Künstler:innen oder stadträumliche Veränderungen sind mögliche Themen, die zum Ausgangspunkt für eine aktuelle Aufgabenstellung werden können. Am Ende soll kollaborativ etwas Neues entstehen, denn Schulgemeinschaften entwickeln sich weiter und können diese Entwicklung gemeinsam gestalten.

Team