Esther Löffelbein // Venezianische Porträtzeichnungen um 1500. Materialität und Medialität
Das Promotionsprojekt behandelt erstmals systematisch venezianische Porträtzeichnungen um 1500 im Hinblick auf ihre materielle, technische und künstlerische Vielschichtigkeit. Es bezieht dabei transregionale Verflechtungen zwischen venezianischen und oberdeutschen Künstlern und Auftraggebern ein, die für das Verständnis der Blätter relevant sind. Untersucht wird, wie Künstler das Medium und Technik inhärente Potenzial gezielt nutzten und in bemerkenswertem Maße ausloteten – sowohl im Verhältnis als auch in Abgrenzung zur zweidimensionalen Malerei sowie zur dreidimensionalen Skulptur und Medaille. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern neben der zeichnerischen Ausführung Material und Technik an der Bedeutungsstiftung der Porträtzeichnung beteiligt sind. Ziel ist es, einen Beitrag zur Gattung der Zeichnung und zum frühneuzeitlichen Bildnis zu leisten und darüber hinaus neue Perspektiven auf die visuelle und materiale Kultur Venedigs und Oberitaliens zu eröffnen, auch mit Blick auf Dynamiken von Transfer und Austausch.
[Abbildung: Bartolomeo Veneto, Bildnis eines Jünglings mit Barett, schwarze Kreide, weiß gehöht, 380 x 287 mm, Wien, Albertina, Inv. Nr. 1452]