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Editorial (Heft 1.2021)

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Mit unserer Wahl als neues Herausgebergremium geht eine Übergangszeit zu Ende, in der die Zeitschrift für Kunstgeschichte neu erfunden werden musste, um zu bleiben, was sie war: eine international sichtbare kunsthistorische Fachzeitschrift aus Deutschland. Im Interim galt es, zu Tage getretene strukturelle Probleme der Zeitschrift zu klären: ihre institutionelle Anbindung, die Regeln für Bestellung und Wechsel der Herausgeberschaft und die dauerhafte Finanzierung einer Redaktionsstelle. Mit einem neuen Organisationsmodell haben der Deutsche Kunstverlag und das Zentralinstitut für Kunstgeschichte sich für ein Zusammenwirken entschieden und die Redaktion am ZI in München etabliert.

Die Herausgeberschaft der Zeitschrift für Kunstgeschichte wird vom Verlag an ein Gremium delegiert, das für unterschiedliche Aspekte und Schwerpunkte des Faches einsteht und dessen fünf Mitglieder mit einer Amtszeit von jeweils fünf Jahren betraut werden. Nach einer ersten Anlaufphase scheidet jedes Jahr eines dieser gewählten Mitglieder aus und wird durch eine vom Beirat zu wählende Person ersetzt. Dieses Rotationsmodell sorgt für ständigen Wechsel bei Wahrung der gebotenen Kontinuität und stellt die Pluralität und Offenheit der Zeitschrift sicher.

Die Bestellung der Herausgeberinnen und Herausgeber wiederum erfolgt nach einem partizipativen Verfahren: So sind alle kunsthistorischen Institute und Forschungseinrichtungen in Deutschland sowie die drei Auslandsinstitute in Florenz, Paris und Rom aufgefordert, eine Vertreterin oder einen Vertreter in den Beirat der Zeitschrift zu entsenden. Dieser Beirat hat im November 2020 eine Longlist erstellt und aus diesen Vorschlägen das neue Herausgebergremium gewählt. Für das in uns gesetzte Vertrauen bedanken wir uns. Und wir freuen uns sehr, mit Gerrit Walczak als Redakteur einen so kompetenten Kollegen an unserer Seite zu haben.

Die Zeitschrift für Kunstgeschichte verstehen wir als ein Organ für das gesamte Fach. Sie ist ein Ort für Beiträge zu sämtlichen Epochen, Gegenständen und methodischen Ansätzen. Sie steht Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern aus allen Himmelsrichtungen offen und soll zugleich dazu beitragen, unser Fach als eine polyglotte Disziplin zu bewahren. Die von unabhängigen Gutachterinnen und Gutachtern geprüften Beiträge werden weiterhin in deutscher, englischer, französischer oder italienischer Sprache veröffentlicht.

Das neue, demokratische Organisationsmodell der Zeitschrift spiegelt unser Selbstverständnis, insofern wir nicht eine bestimmte Sicht auf Geschichte und Methoden der Kunst vertreten, sondern die Zeitschrift wie auch die damit verbundene Praxis kunsthistorischen Arbeitens als eine ebenso gemeinschaftliche wie vielstimmige Aufgabe verstehen. So wie wir als Herausgeberinnen und Herausgeber unterschiedliche Kompetenzbereiche, methodische Zugänge und Interessen zusammenbringen, um daraus etwas Gemeinsames entstehen zu lassen, so verstehen wir die Zeitschrift für Kunstgeschichte als eine Zeitschrift ihrer Autorinnen und Autoren. Wir verstehen sie zudem als ein Forum, das den permanenten Wandel unserer Disziplin als Herausforderung begreift, eine fortlaufende Reflexion über deren Status quo zu leisten. Demgemäß möchten wir sukzessive über verschiedene Formate einen entsprechenden Dialog initiieren.

Wir wollen uns stark machen für hohe akademische Qualität, die in Zeiten einer schnellen, zunehmend spezialisierten Publikationskultur unter Druck steht. Wir setzen uns zum Ziel, die Zahl derjenigen, die gespannt auf die nächste Ausgabe warten, stetig wachsen zu lassen und wünschen uns Hefte, die den Stand der Disziplin in ihrer Breite reflektieren. An die Beiträge der Zeitschrift für Kunstgeschichte richten wir eine so einfache wie fundamentale Erwartung: interessant, relevant und inklusiv sollen sie sein. Wenn das nicht zuviel verlangt ist, sind wir zufrieden.

Michael Cole, Burcu Dogramaci, Ann-Sophie Lehmann, Brigitte Sölch und Gregor Wedekind

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With our election as the new editorial board, a transitional period comes to a close. This has been a time in which the Zeitschrift für Kunstgeschichte has had to be created anew in order to remain what it once was: an internationally visible art historical journal from Germany. In this interim period, the task was to clarify the structural problems that had arisen in the journal: its institutional connection, rules for the appointment and the changeover of the editorial board, and the sustainable funding of a managing editor post. Using a new organizational model, the Deutscher Kunstverlag and the Zentralinstitut für Kunstgeschichte have decided to collaborate and have established an editorial office at the Munich Zentralinstitut.

The publication of the Zeitschrift für Kunstgeschichte is delegated by the publishers to an editorial board, which is responsible for various aspects and points of interest of the discipline and whose five members each serve a term of five years respectively. After the start-up phase, one of these elected members withdraws and is then replaced by someone chosen by an advisory committee. This rotational model assures steady change while maintaining continuity, and secures the plurality and openness of the journal.

The appointment of this editorial board takes place in a participative process: all art historical institutes and research establishments in Germany as well as in Florence, Rome, and Paris are invited to send a representative to the journal’s advisory committee. In November 2020, this committee drew up a longlist and then elected the new editorial board. We are very grateful for the trust that has been placed in us. And we are especially happy to have as competent an editor as Gerrit Walczak at our side.

We consider the Zeitschrift für Kunstgeschichte to be a journal covering the whole range of art historical matters. It offers a space for contributions dealing with all epochs and subjects, and using all methodical approaches. Open to art historians from all points of the compass, it should at the same time serve to retain the polyglot nature of our discipline. All contributions, evaluated by independent reviewers, will continue to be published in German, French, English, or Italian.

The new democratic organizational model of the journal mirrors how we understand ourselves as not representing any one particular view of the history and methods of art. Far more, we see the journal as both a collaborative and a many-voiced task. Just as we, as editors, bring together many different competencies, methodical approaches, and interests that then consolidate and meld into a collective work, so we understand the Zeitschrift für Kunstgeschichte to be the collective work of its authors. We also see it as a forum, which views the permanent change our discipline is constantly undergoing as a challenge that affords an on-going reflection upon this discipline’s status quo.

We furthermore want to promote high academic quality, something that in these times of a fast-moving, increasingly specialized publication culture is ever more on the wane. Our goal is to see the number of readers who eagerly await the next issue of this journal continuously grow, and we hope for contributions that reflect the current state of scholarship in all its breadth. Our expectations for the Zeitschrift für Kunstgeschichte articles are as simple as they are fundamental: they should be interesting, relevant, and inclusive. If that is not asking too much, then we will be satisfied.*

Michael Cole, Burcu Dogramaci, Ann-Sophie Lehmann, Brigitte Sölch and Gregor Wedekind


* Translation by Catherine Framm