Vortragsreihe // Villa Adriana: Die kaiserliche Residenz und ihre Rezeption / Teil 5

Termindetails

Wann

10.06.2020
von 17:30 bis 19:00

Wo

Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Str. 10, München, Vortragssaal 242, II. OG

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Poster_Villa_Adriana_4_Dezember_2019

Diese Veranstaltung ist Teil einer bis 2020 ausgelegten, semesterübergreifenden Vortragsreihe [weiter] im Kontext des  DFG-Projekts "Mikrokosmos Villa Adriana. Ein künstlerischer Interaktionsraum im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts."

 

PROGRAMM

17:30 Uhr // Cristina Ruggero, Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München
Die Hadriansvilla posiert für Fotografen (1870-1930)

18:00 Uhr // Pilar León, Universidad de Sevilla
Unbekannte Skulpturen der Hadriansvilla

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Cristina Ruggero // Die Hadriansvilla posiert für Fotografen (1870-1930)

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird die Fotografie immer rascher zum neuen visuellen Medium und übt europaweit großen Einfluss auf die Rezeption der Antike aus. Ein Einblick in meine aktuelle Forschung konzentriert sich auf die Hadriansvilla als einen privilegierten und idealen Ausgangspunkt, um den spannungsreichen Einsatz der Fotografie zu untersuchen. Kennzeichnend ist dabei ihr dokumentarischer Wert im Zusammenhang mit Ausgrabungen, Konservierung und Restaurierung der Antike als auch ihr von den ‘modernen’ Besuchern der kaiserlichen Anlage sehr geschätzter narrativer Charakter.
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Pilar León // Unbekannte Skulpturen der Hadriansvilla

Abbildung_Vortrag_Leon
Handfragment mit Vögelchen © Archivo MNAR (Museo Nacional de Arte Romano), Mérida
Die Hadriansvilla ist eine ständige Überraschung. Dies gilt ebenfalls für ihre Depots, in denen unbekannte oder wenig bekannte und daher um so interessantere Skulpturen verwahrt werden. Es handelt sich um Fragmente sowie um unvollständige Werke, die sich in ihrer künstlerischen Qualität, ihrer Thematik und Marmorauswahl mit bekannteren Skulpturen dieser Zeit vergleichen lassen. Ihr Wert liegt in den Informationen über den Arbeitsprozess der Bildhauer und Werkstätten, über stilistische Neuerungen sowie über eine neue Ästhetik, die als künstlerische Interpretation der vom Kaiser verteidigten Kunstkonzepte und -vorlieben aufkam.

Pilar León war ordentliche Professorin für Archäologie an den Universitäten von Córdoba und Sevilla. Als Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung war sie am Institut für Archäologie der Universität Bonn (1975-1977 und 1989) und am Deutschen Archäologischen Institut in Berlin (1984) tätig. Sie hat archäologische Ausgrabungen in Italica (Santiponce, Sevilla) und in der Hadriansvilla geleitet. Derzeit ist sie emeritierte Professorin an der Universität Sevilla und Mitglied der Königlichen Akademie für Geschichte.