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Arbeitskreis // Kunstgeschichte und Soziologie: Begriffe, Theorien, Methoden

Der 2025 begründete Arbeitskreis „Kunstgeschichte und Soziologie“ trifft sich regelmäßig im virtuellen Raum zur Diskussion von konzeptuellen, begrifflichen und methodischen Impulsen aus Sozialwissenschaften und Gesellschaftstheorie für die aktuelle kunstwissenschaftliche Arbeit.

Kunstgeschichte und Soziologie sind im 20. und 21. Jahrhundert in vielseitigen Konstellationen in interdisziplinärem Austausch gestanden. Spezialisierte Teilgebiete wie die Kunstsoziologie und Künstlersozialgeschichte blicken dabei meist aus Perspektive der Gesellschaftswissenschaften auf das Phänomen der Kunst als soziales System. In jüngeren Ansätzen wie der Visuellen Soziologie führt die Berücksichtigung von Bildern als sozialwissenschaftliche Untersuchungsobjekte seit einigen Jahren zu einer methodologischen Neubestimmung des Faches. Zudem hat die Ästhetisierung des Sozialen in der Gegenwart zuletzt verstärkte Theoretisierung erfahren. Die Kunstgeschichte nutzt wiederum soziologische Ansätze, um etwa Netzwerke, Organisations¬weisen und ökonomische Prozesse im Kunstfeld zu beschreiben und empirisch zu erschließen. Bei der theoretischen und methodologischen Reflexion und Ausrichtung der Kunstgeschichte als Fach allerdings hat die Soziologie in den letzten Jahren eine nur untergeordnete Rolle gespielt. Noch seltener gefragt wird nach dem Erkenntnispotenzial sozialtheoretischer Begriffe für die Analyse konkreter künstlerischer Objekte oder umgekehrt nach dem methodischen impact der Kunstgeschichte auf die Soziologie.

L'art_loin_de_la_vie_[...]Lalo_Charles_bpt6k3413594j_7.jpegVor diesem Hintergrund diskutiert der Arbeitskreis anhand von gemeinsamer Lektüre, Projekt-präsentationen und Gastvorträgen eine spezifisch kunsthistorische Perspektive auf das Soziale ebenso wie die Anwendbarkeit soziologischer Konzepte bei der Werkanalyse oder methodische Zugänge einer gesellschaftstheoretisch informierten Kunstgeschichte. Welche historischen und aktuellen, etablierten und weniger bekannten Positionen lassen sich benennen und systematisch differenzieren? Welche Erkenntnisinteressen und Gegenstände werden insbesondere von einer sozialen Fragen zugewandten Kunstwissenschaft behandelt und wie unterscheidet sich dieser Zugriff von anderen Analysen der gleichen Objekte? Und welche Schlüsse lassen sich daraus im Hinblick auf das ehemalige und zeitgenössische Selbstverständnis der Kunstgeschichte als eine gesellschaftlich geformte und formende Disziplin ableiten?

[Abbildung: Charles Lalo: L’Art loin de la vie, Paris 1939, Buchcover]

 

Projektdauer

Seit November 2025

 

Initiative und Leitung

Prof. Dr. Elisabeth Fritz [>>], Katholische Privat-Universität Linz (e.fritz@ku-linz.at) | Dr. Léa Kuhn [>>], Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München (l.kuhn@zikg.eu)

 

Team