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Unikales Quellenmaterial zum deutschen Kunsthandel: Digitalisierung und Erschließung der Handexemplare der Kataloge des Münchner Auktionshauses Hugo Helbing (1887 bis 1937)

Ziel des Kooperationsprojekts (Zentralinstitut für Kunstgeschichte und Universitätsbibliothek Heidelberg) ist die Digitalisierung, Online-Stellung und wissenschaftliche Erschließung der annotierten Handexemplare der Kataloge des Münchner Auktionshauses Hugo Helbing (1887 bis 1937) und dessen Filialen in Berlin und Frankfurt am Main.
Unikales Quellenmaterial zum deutschen Kunsthandel: Digitalisierung und Erschließung der Handexemplare der Kataloge des Münchner Auktionshauses Hugo Helbing (1887 bis 1937)

Hugo Helbing (1863-1938) eröffnete 1885 seine erste Kunsthandlung in München und veranstaltete ab 1887 Auktionen in stetig steigender Zahl. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte das Kunstversteigerungswesen in Deutschland eine Blütezeit. 1916 eröffnete die Galerie Helbing eine Zweigstelle in Berlin, 1919 eine weitere in Frankfurt am Main. Gemeinsam mit dem Berliner Kunstsalon von Paul Cassirer (1871-1926) veranstaltete Helbing bis 1932 über 80 Versteigerungen bedeutender Sammlungen auf einem Preisniveau, das mit Häusern in Paris und London mithalten konnte. Die im Juli 1933 in Angriff genommene „Gleichschaltung“ des deutschen Kunst- und Antiquitätenhandels setzte dem ein Ende. Ab 1934 war das jüdische Auktionshaus Helbing de facto finanziell ruiniert und lahmgelegt. Hugo Helbing wurde in der „Pogromnacht“ 1938 verhaftet und niedergeschlagen. Er erlag wenige Tage später seinen schweren Verletzungen.

Zu den über 800 Auktionen, die Helbing zwischen 1887 und 1937 veranstaltete, erschienen aufwendig illustrierte wissenschaftliche Kataloge, von denen ein Großteil bereits über „German Sales“ online konsultiert werden kann. 2016 erhielt das ZI im Rahmen einer Schenkung ein umfangreiches Konvolut Handexemplare, 2021 folgten weitere Exemplare als Leihgabe. Diese „Handexemplare“ oder „Protokollkataloge“ enthalten in der Regel nicht nur vollständige Angaben zu den Einlieferern – und somit Provenienzen – der versteigerten Kunstwerke, sondern auch zu den Käufern und den auf der Auktion erzielten Preisen. Darüber hinaus liegen ihnen vielfach Listen mit „außer Katalog“ angebotenen bzw. gehandelten Objekten bei.

Damit bergen die Kataloge Informationen, die sowohl für klassische kunsthistorische Forschungsfragen (Werkverzeichnisse, Zuschreibungen, Authentifizierungen etc.) als auch für die Provenienz-, Sammlungs- und Kunstmarktforschung von exzeptioneller Bedeutung sind. Neben der Digitalisierung und Online-Stellung dieses unikalen Quellenbestandes durch die Universitätsbibliothek Heidelberg erfolgt im Rahmen des Projekts am ZI eine wissenschaftliche Beschreibung der Kataloge. Im Zentrum steht dabei die Typisierung und Systematisierung der Auktions-Annotationen sowie die Entwicklung und Evaluierung eines Modells zu deren strukturierter Erfassung.

Weiterführende Informationen zur Digitalisierung der Kataloge sowie Hinweise für die Recherche in den Handexemplaren finden Sie hier:  https://www.arthistoricum.net/themen/portale/german-sales/helbing

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Information about the project, the digitization of the catalogues, and tips for searching the hand copies can be found here in English: https://www.arthistoricum.net/en/subjects/thematic-portals/german-sales/helbing

 

Förderzeitraum / Projektdauer

1. März 2021 – 28. Februar 2022

Beteiligte Institutionen

Universitätsbibliothek Heidelberg und ZI
sowie als Kooperationspartner TU Berlin (Dr. Meike Hopp, Juniorprofessur für digitale Provenienzforschung)

Förderer

gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)


Ansprechpartner / Kontakt

helbing@zikg.eu

Aufgrund der projektbegleitenden Digitalisierungsmaßnahmen und der spezifischen Forschungsziele bitten wir um Verständnis, dass Anfragen nicht immer zeitnah beantwortet werden können.

Team